Glossar

Begriffe der quellengebundenen Manuskriptanalyse.

Dieses Glossar erklärt zentrale Begriffe aus HISTORIAMP, digitaler Paläographie, KI-gestützter Bildanalyse, OCR/HTR, MUFI, Unicode, Glyphanalyse, Bildintegrität und artefaktbasierter Pipeline-Methodik.

Warum dieses Glossar?

Die Begriffe trennen Bildbefund, technische Kodierung und Lesung.

HISTORIAMP behandelt historische Handschriften nicht als reine OCR-Aufgabe. Die Begriffe auf dieser Seite beschreiben eine Pipeline, in der sichtbare Evidenz, Segmentierung, Glyphbefunde, Unsicherheit, Modellinput und spätere Lesung getrennt dokumentiert werden.

142 Begriffe aus Projektmethodik, Pipeline, Bildanalyse und Digital Humanities.
Grundlagen & Digital HumanitiesBild, Koordinaten & SegmentierungGlyphen, Zeichen & LesungEvidenz, Unsicherheit & EditionModule & PipelineInfrastruktur & Workbench

Alle Begriffe werden angezeigt.

Grundlagen & Digital Humanities

Ableitungskette

Die dokumentierte Folge aller Bildfassungen vom Ausgangsbild über Crops, Segmente, Skalierungen oder Modellinputs. Sie zeigt, auf welcher konkreten Bildfassung ein Befund beruht.

Bounding Box

Ein rechteckiger Koordinatenbereich, der eine Zone, ein Segment oder einen Befund im Bild markiert.

Codex Memory

Ein geplantes Wissenssystem, das wiederkehrende Glyphvarianten, Abkürzungsformen, Schreiberprofile, Layoutmuster und typische Lesungen speichern kann.

Debugging-Fähigkeit

Die Eigenschaft des Systems, Fehler später nachvollziehen zu können, weil Runs, Artefakte, Prompts, Segmente und Ergebnisse gespeichert bleiben.

Digital Humanities

Ein Forschungsfeld, das digitale Methoden mit geisteswissenschaftlichen Fragestellungen verbindet. HISTORIAMP positioniert sich in diesem Feld als quellengebundene Manuskriptanalyse-Plattform.

Edge Risk

Ein sichtbares Risiko an Bildrändern, etwa abgeschnittene Zeichenformen, randnahe Markierungen oder unklare Randbereiche, die für spätere Analyse geschützt werden müssen.

Finding

Ein einzelner technischer oder visueller Befund, etwa eine auffällige kleine Form über einer Zeile, ein randnaher Strich oder ein dichter Minimcluster.

HTR

Abkürzung für Handwritten Text Recognition. Klassische HTR-Systeme zielen häufig auf „Bild → Text“. HISTORIAMP setzt dagegen auf „Bild → Befund → Struktur → Lesung“.

KI-gestützte Analyse

Der Einsatz von KI-Modellen innerhalb einer kontrollierten Pipeline. Die KI liefert dabei keine unbegründete Wahrheit, sondern prüfbare Analysebeiträge.

Layoutdaten

Strukturinformationen über die Seite, etwa Textzonen, Bildbereiche, Zeilenräume, Ränder, Segmentgrenzen oder sichtbare Gruppierungen.

Lesbare Version

Eine verständlichere Textfassung für allgemeine Nutzer. Sie ist ausdrücklich eine interpretierende Ebene und nicht identisch mit der diplomatischen Transkription.

LMM

Large Multimodal Model. Ein Modell, das Bild- und Texteingaben verarbeiten kann. In HISTORIAMP darf ein LMM analysieren, aber die erste Befundschicht nicht ersetzen.

Marginalien

Randnahe Zeichen, Notizen oder Markierungen. In HISTORIAMP werden sie zunächst als sichtbare Randbefunde behandelt, bevor eine Funktion zugeschrieben wird.

Mehrstufiges Textmodell

Die Trennung zwischen diplomatischer Transkription, kritischer Lesung und lesbarer Version. Jede Ebene hat eine andere Funktion und darf nicht vermischt werden.

Neutral Data Preparation Layer

Die neutrale technische Datenvorbereitung des Servers. Sie speichert, segmentiert und verwaltet Daten, interpretiert aber keine Manuskriptinhalte.

Paläographie

Die wissenschaftliche Untersuchung historischer Schriftformen. HISTORIAMP berührt paläographische Fragen, trennt aber streng zwischen sichtbarem Befund und späterer Klassifikation.

Phantom Guard Rule

Die Regel, dass keine Wörter oder Zeichen rekonstruiert werden dürfen, wenn dafür keine sichtbare Grundlage im Bild vorhanden ist.

Result Aggregation

Die Zusammenführung von Ergebnissen aus mehreren Segmenten, Modulen oder Modellläufen.

Rubricator Analysis

Ein geplantes Analysemodul zur Untersuchung farblich oder formal abweichender Einträge, die mit einer Rubrikatorhand zusammenhängen können. Eine solche Zuordnung muss jedoch belegt werden.

Scientific Analysis Layer

Die wissenschaftliche Analyseebene von HISTORIAMP. Sie ist von der technischen Infrastruktur getrennt.

Strukturierte Analyse

Die Zerlegung einer Manuskriptseite in überprüfbare Ebenen wie Layout, Segment, Glyph, Minim, Abbreviatur, Lesung und Qualitätskontrolle.

Unsupported Expansion

Eine aufgelöste Abkürzung oder ergänzte Lesung ohne ausreichende visuelle Grundlage.

Variantenanalyse

Der Vergleich konkurrierender Lesungen, Handschriftenbefunde oder Transkriptionsvorschläge.

Bild, Koordinaten & Segmentierung

Bildbefund

Alles, was am konkreten Bild sichtbar beobachtet werden kann: Oberfläche, Zeichenformen, Abstände, Farbunterschiede, Beschädigungen, Randspuren oder auffällige Markierungen.

Bildderivat

Eine abgeleitete Bildfassung, zum Beispiel ein skaliertes Bild, ein Crop, ein Segment, ein komprimiertes Bild oder ein für ein Modell vorbereiteter Input.

Bildintegrität

Die technische Prüfung, ob eine Bilddatei vollständig, eindeutig registriert und für eine bestimmte Analyse belastbar ist.

Bildquelle

Die konkrete Bilddatei oder Bildfassung, auf die sich ein Befund bezieht. In HISTORIAMP muss klar sein, ob der Befund am Originalbild, an einem Segment oder an einem Modellinput entstanden ist.

Bildvalidierung

Die technische Prüfung einer hochgeladenen Bilddatei, etwa Dateityp, Bildgröße, Lesbarkeit, Pixelzahl und Verarbeitbarkeit.

BBox-Percent

Eine Bounding Box in Prozentkoordinaten. Sie beschreibt eine Position relativ zur jeweiligen Bildfläche und nicht als absolute Pixelposition.

Coordinate Integrity Layer

Eine Prüfschicht, die sicherstellt, dass jede Koordinate an einen definierten Bildraum gebunden ist und korrekt auf Original, Segment oder Modellinput zurückgeführt werden kann.

Coordinate Integrity Rule

Die Regel, dass keine Koordinate ohne Angabe ihres Koordinatenraums verwendet werden darf. Eine Koordinate ist nur innerhalb einer bestimmten Bildfassung gültig.

Crop

Ein kontrollierter Bildausschnitt. Crops können für Detailprüfungen verwendet werden, müssen aber als eigene Bildartefakte dokumentiert werden.

Grid Preview

Eine visuelle Vorschau des Bildes mit eingeblendetem Raster. Sie hilft, Bildbereiche und Tiles in der Workbench zu prüfen.

Grid System

Ein Rasteransatz zur Bildaufteilung. In HISTORIAMP ist es ein Debug- und Viewer-Werkzeug, nicht die eigentliche wissenschaftliche Segmentierungsentscheidung.

Image Cache

Eine technische Zwischenspeicherung von Bilddaten, um wiederholtes Laden großer Dateien zu vermeiden.

Image Registry

Eine Bildregistratur, die Hash, Run-ID, Dateiname und Zeitstempel speichert. Sie hilft, identische Bilder wiederzuerkennen und Analysehistorien nachvollziehbar zu halten.

Input Fidelity

Der Grad, zu dem ein Modellinput noch der registrierten Ausgangsdatei entspricht. Skalierung, Komprimierung oder Cropping können die Input Fidelity verändern.

Layoutbasierte Segmentierung

Eine Segmentierung, die sich an sichtbaren Strukturen der Quelle orientiert, nicht nur an einem technischen Raster.

Manuskriptbild

Die digitale Bildfassung einer historischen Handschrift. Für HISTORIAMP ist entscheidend, welche konkrete Bildfassung analysiert wurde.

Mapping to Original

Die Rückführung eines Befundes aus Segment, Crop oder Modellinput auf die Position im registrierten Ausgangsbild.

Materialzone

Ein sichtbarer Bereich der Quelle, der vor allem Oberfläche, Beschädigung, Flecken, Ränder oder leere Flächen zeigt. Er wird nicht automatisch als bedeutungslos ausgeschlossen.

Model Input Manifest

Ein Nachweis darüber, welche Bildfassung ein Modell tatsächlich erhalten hat: Hash, Maße, Crop, Skalierung, Komprimierung und Koordinatenraum.

Modellinput

Die konkrete Bild- oder Textfassung, die einem KI-Modell tatsächlich übergeben wird. Sie ist nicht automatisch identisch mit der ursprünglichen Quelle.

Modellinput-Artefakt

Die gespeicherte Fassung eines Modellinputs inklusive technischer Metadaten. Sie macht spätere Modellbehauptungen überprüfbar.

Overlap

Die bewusste Überlappung benachbarter Segmente. Sie verhindert, dass Zeichen oder Strukturen an Segmentgrenzen abgeschnitten werden.

Overlap-Segmentierung

Eine Segmentierungsstrategie, bei der sich Bildsegmente überschneiden. Dadurch erscheinen kritische Bildstellen in mehreren Kontextfenstern.

Segment

Ein kontrollierter Bildbereich, der für Analysezwecke gespeichert und später auf seine Originalposition zurückgeführt werden kann.

Segment Cache

Eine geplante technische Zwischenspeicherung von Segmenten zur effizienteren Verarbeitung.

Segment Metadata

Metadaten zu einem Segment, etwa ID, Datei, x/y-Position, Breite und Höhe. Sie ermöglichen die Rückführung auf das Originalbild.

Segment Queue

Eine geplante Warteschlange für die systematische Verarbeitung einzelner Segmente durch Module.

Segmentbezug

Die Information, zu welchem Segment ein Befund gehört und wie dieses Segment im Ausgangsbild positioniert ist.

Segmentierung

Die Aufteilung eines Bildes in analysierbare Bereiche. Segmentierung ist in HISTORIAMP ein methodisch kritischer Schritt, weil frühe Verluste spätere Lesungen verfälschen können.

Tile

Ein rechteckiger Rasterausschnitt eines Bildes. Tiles dienen der technischen Orientierung und dem Viewer, sind aber nicht zwingend die primäre wissenschaftliche Analysebasis.

Tile Explorer

Ein Werkzeug der Workbench, mit dem einzelne Rasterausschnitte betrachtet werden können.

Zone

Ein visuell unterscheidbarer Bereich im Bild, etwa eine größere schreibähnliche Fläche, ein Randbereich, ein farblich abweichender Bereich oder eine Materialzone.

Zone Detection

Die Erkennung sichtbarer Zonen innerhalb eines Manuskriptbildes. In HISTORIAMP sollen Zonen nicht funktional überinterpretiert werden.

Glyphen, Zeichen & Lesung

Abbreviatur

Eine Abbreviatur ist eine historische Kürzungsform in einer Handschrift. In HISTORIAMP wird sie nicht still aufgelöst, sondern zunächst als sichtbarer Befund behandelt und erst danach als mögliche Lesung geprüft.

Begründete Lesung

Eine Lesung, die nicht nur behauptet wird, sondern auf konkrete visuelle Evidenz, Segmente, Glyphbefunde, Varianten und Unsicherheiten zurückgeführt werden kann.

Diplomatische Transkription

Eine möglichst quellennahe Transkription, die Zeichen, Kürzungen, Unsicherheiten und sichtbare Besonderheiten nicht still glättet.

Glyph

Eine sichtbare Zeichenform im Manuskriptbild. Ein Glyph ist zunächst eine Form im Bild und noch nicht automatisch ein moderner Buchstabe oder Unicode-Codepoint.

Glyph Evidence Comparator

Eine geplante Prüfinstanz, die technische Glyphbefunde mit MUFI-/Unicode-Kandidaten, Modelloutputs und Transkriptionsbehauptungen vergleicht.

Glyph-ID

Eine interne Kennung für eine dokumentierte Glyphform. Sie trennt die sichtbare Form von späteren Lesungen, Unicode-Zuweisungen oder Font-Darstellungen.

Glyph-Lupe

Eine vorgeschaltete visuelle Kontrollschicht, die kritische glyphische Auffälligkeiten markiert, bevor ein Modell daraus einen Text macht.

Kritische Lesung

Eine aufbereitete Lesung, bei der Abkürzungen und editorische Entscheidungen sichtbar gemacht werden. Sie steht zwischen diplomatischer Transkription und lesbarer Version.

Lesung

Eine aus Befunden abgeleitete Textannahme. In HISTORIAMP muss eine Lesung auf sichtbare Evidenz und dokumentierte Unsicherheit zurückführbar sein.

Ligatur

Eine verbundene oder verschmolzene Zeichenform. Ligaturen können zu Fehlinterpretationen führen, wenn sie zu früh in getrennte Buchstaben aufgelöst werden.

Minim

Ein kurzer vertikaler Strich in historischen Schriftformen. Mehrere Minims können schwer unterscheidbare Cluster bilden.

Minim Cluster Rule

Die Regel, dass Minimcluster nicht automatisch interpretiert oder durch sprachliche Plausibilität ergänzt werden dürfen.

Minimcluster

Eine verdichtete Gruppe ähnlicher Strichformen, bei der verschiedene Lesungen möglich sein können. Minimcluster gehören zu den zentralen Fehlerquellen historischer Transkription.

MUFI

Die Medieval Unicode Font Initiative. Für HISTORIAMP ist MUFI ein Referenz- und Kodierungsraum, aber kein Beweis für eine Lesung.

MUFI-/Unicode-Kandidatenraum

Eine Liste möglicher Zeichen- oder Codepoint-Kandidaten nach einem dokumentierten Glyphbefund. Kandidaten sind Hinweise, keine endgültige Entscheidung.

MUFI-Lupe

Eine automatisierte visuelle Befundinstanz, die kritische Sonderformen markiert und mögliche Kodierungsräume vorbereitet, ohne selbst zu transkribieren.

Token

Eine spätere lesungsnahe Einheit innerhalb der Pipeline. Ein Token darf erst dann stabilisiert werden, wenn seine visuelle Grundlage dokumentiert ist.

Token Boundary Rule

Die Regel, dass Wort- oder Token-Grenzen nur dort angenommen werden dürfen, wo sichtbare Trennungen oder ausreichend dokumentierte Befunde vorliegen.

Transkriptionsvariante

Eine mögliche Lesungs- oder Transkriptionsfassung, die neben anderen Varianten bestehen kann, solange der Bildbefund keine eindeutige Entscheidung erzwingt.

Transparente Transkription

Eine Transkription, die ihre Grundlagen offenlegt: Bildstelle, Segment, Glyphbefund, Unsicherheit und alternative Lesungen.

Evidenz, Unsicherheit & Edition

Analyseartefakt

Ein gespeichertes Zwischenergebnis der Pipeline, zum Beispiel Segmentdaten, Glyphbefunde, Variantenlisten oder Unsicherheitsberichte. Analyseartefakte machen den Weg zur Lesung nachvollziehbar.

Artefaktbasierte Analyse

Ein Verfahren, bei dem nicht nur ein fertiger Text erzeugt wird, sondern jeder relevante Zwischenschritt als prüfbares Artefakt erhalten bleibt.

Artefakt-Browser

Eine geplante Oberfläche, mit der gespeicherte Analyseartefakte eines Runs durchsucht, geprüft und verglichen werden können.

Artefaktsystem

Der Bereich von HISTORIAMP, in dem alle Analyseergebnisse, Metadaten, Segmentinformationen und Prüfbefunde strukturiert gespeichert werden.

Auditierbarkeit

Die Möglichkeit, eine Lesung später kritisch zu prüfen: Welche Bildstelle, welches Segment, welcher Glyphbefund und welche Unsicherheit haben zu dieser Lesung geführt?

Basic Mode

Ein vereinfachter Nutzungsmodus für Anwender, die vor allem eine lesbare Ausgabe benötigen. Im Gegensatz zum Research Mode zeigt er nicht zwingend alle Analyseebenen im Detail.

Befund

Eine beobachtbare Eigenschaft der Quelle oder eines Bildsegments. Ein Befund ist noch keine Interpretation und keine endgültige Lesung.

Befundartefakt

Ein gespeicherter visueller oder technischer Befund, etwa eine markierte auffällige Glyphform mit Koordinaten, Segmentbezug und Unsicherheitsstatus.

Befundschicht

Eine Analyseebene, die sichtbare Eigenschaften dokumentiert, bevor daraus eine Transkription oder Interpretation entsteht.

Dokumentierte Unsicherheit

Unsicherheit wird nicht verborgen, sondern ausdrücklich markiert. Sie ist ein Analyseergebnis und kein Systemfehler.

Editionspraxis

Die wissenschaftliche Arbeit an Textüberlieferungen, bei der Lesungen, Varianten, Eingriffe und Entscheidungen nachvollziehbar dokumentiert werden.

Evidenz

Die konkrete Grundlage einer Aussage. In HISTORIAMP bedeutet Evidenz primär: ein sichtbarer, dokumentierter Bildbefund.

Evidenzvergleich

Der Vergleich zwischen technischem Bildbefund, Modellbehauptung, Transkriptionsvorschlag und späterer Ausgabe.

Quelle

Die maßgebliche Grundlage der Analyse. In HISTORIAMP ist die Quelle nicht der erzeugte Text, sondern die dokumentierte Bildgrundlage.

Quellengebundene Analyse

Eine Analyse, bei der jede Behauptung auf die konkrete Quelle oder eine dokumentierte Bildfassung zurückgeführt werden muss.

Research Mode

Ein detaillierter Nutzungsmodus, der die vollständige Analysepipeline, Artefakte, Varianten und Unsicherheiten sichtbar macht.

Silent Normalization

Eine stille Normalisierung liegt vor, wenn ein unsicherer oder besonderer Bildbefund im Ergebnis geglättet wird, ohne dass die Unsicherheit sichtbar bleibt.

Unsicherheitsbericht

Ein Artefakt, das dokumentiert, wo und warum die Analyse unsicher ist.

Unsicherheitsmarker

Eine sichtbare Markierung für unsichere Lesungen oder Befunde, zum Beispiel `⟦...??⟧`.

Visual Basis Ref

Ein Verweis auf die konkrete visuelle Grundlage einer Lesung, etwa ein Segment, ein Glyphfinding oder ein dokumentierter Bildbereich.

Visual Priority Rule

Die Regel, dass sichtbare Evidenz Vorrang vor sprachlicher, historischer oder statistischer Plausibilität hat.

Wissenschaftliche Nachvollziehbarkeit

Die Fähigkeit, eine Analyse nicht nur als Ergebnis, sondern als dokumentierten Weg von der Quelle zur Lesung zu prüfen.

Module & Pipeline

Abbreviation Analyzer

Ein Analysemodul für Kürzungsformen. Es soll sichtbare Zeichen, Kürzungsstriche oder Zusatzformen untersuchen, ohne sie vorschnell in moderne Vollformen umzuwandeln.

Analysepipeline

Die schrittweise Verarbeitung einer Manuskriptquelle von der Bildprüfung über Layout, Segmente, Glyphen, Minimcluster und Abbreviaturen bis zur begründeten Lesung und Qualitätskontrolle.

Consensus Engine

Ein Modul, das mehrere Befunde oder Lesungsvorschläge vergleicht. Ziel ist nicht Mehrheit um jeden Preis, sondern eine begründete Entscheidung mit dokumentierter Unsicherheit.

Glyph Analyzer

Ein Modul zur Untersuchung einzelner sichtbarer Zeichenformen. Es soll grafische Merkmale erfassen, bevor eine Lesung daraus abgeleitet wird.

Glyph Fingerprint Engine

Ein geplantes Modul zur Analyse wiederkehrender Glyphformen. Langfristig kann es helfen, Schreiberprofile oder formale Muster innerhalb eines Codex zu erkennen.

Graphic Segmentation Engine

Ein geplantes Modul zur Trennung verschiedener visueller Bereiche, etwa Text, Illustration, Ornament, Randbereich oder andere grafische Strukturen.

Grid Engine

Ein technisches System, das ein Bild in rechteckige Rasterbereiche zerlegt. Es dient vor allem der Orientierung, Visualisierung und technischen Kontrolle.

Image Integrity & Input Fidelity Analyzer

Ein vorgeschaltetes Modul, das Bilddateien, Hashes, Maße, Formate, Metadaten, Ableitungen und Modellinput-Fassungen dokumentiert. Es liest und interpretiert keinen Text.

Image Normalization Engine

Ein geplantes Modul zur kontrollierten Bildvorbereitung, etwa für Rotation, Kontrast, Perspektive oder andere technische Korrekturen.

Layout Analyzer

Ein Modul zur Untersuchung der Seitenstruktur: sichtbare Bereiche, Zeilenanordnung, Textzonen, Randbereiche und strukturelle Trennungen.

Line Structure Analyzer

Ein Modul zur Analyse von Zeilenstrukturen, Zeilenverläufen, Abständen, Unterbrechungen und problematischen Übergängen.

M00

Das vorgeschaltete Modul für Bildintegrität, Input Fidelity und Koordinatenintegrität. Es prüft die technische Belastbarkeit der Bildgrundlage.

M01 Source Analyzer

Das erste Analysemodul der Pipeline. Es beschreibt nur sichtbare Eigenschaften der Quelle und erzeugt keine Transkription.

M02 Layout Analyzer

Ein Modul zur Analyse der sichtbaren Seiten- und Layoutstruktur.

M03 Segment Engine

Ein Modul bzw. Systembereich zur kontrollierten Aufteilung in relevante Analysebereiche, etwa Zeilen-, Wort- oder Glyphbereiche.

M04 Glyph Analyzer

Ein Modul zur Analyse einzelner sichtbarer Glyphformen.

M04A Minim Analyzer

Ein Modul zur Untersuchung von Minimstrukturen und verdichteten Strichgruppen.

M04B Abbreviation Analyzer

Ein Modul zur Analyse sichtbarer Kürzungsformen und möglicher Abbreviaturen.

M04X Glyph Anomaly & MUFI Candidate Lens

Eine geplante visuelle Lupe für auffällige Glyphbereiche und mögliche MUFI-/Unicode-Kandidaten. Sie erzeugt Befunde, keine fertigen Lesungen.

M05 Transcription Engine

Ein Modul zur Erstellung einer diplomatischen oder quellengebundenen Transkription auf Basis dokumentierter Befunde.

M06 Consensus Engine

Ein Modul zum Vergleich konkurrierender Lesungen und Befunde.

M07 Quality Control

Ein Modul zur Prüfung von Struktur, Konsistenz, Unsicherheiten, visueller Grundlage und möglichen Fehlern.

Minim Analyzer

Ein Modul zur Analyse von Minimstrukturen. Es soll verhindern, dass dichte Strichgruppen vorschnell zu sicheren Wörtern rekonstruiert werden.

Modul

Ein spezialisierter Pipeline-Schritt mit klar begrenzter Aufgabe, etwa Bildprüfung, Layoutanalyse, Glyphanalyse, Transkription oder Qualitätskontrolle.

Modulorchestrierung

Die koordinierte Ausführung mehrerer Module in einer festgelegten Pipeline.

Pipeline-Bias

Eine Verzerrung, die entsteht, wenn frühe technische oder interpretative Annahmen spätere Ergebnisse beeinflussen. HISTORIAMP versucht dies durch getrennte Module und Artefakte zu reduzieren.

Quality Control Engine

Ein Prüfmodul für Konsistenz, visuelle Grundlage, Unsicherheiten, Fehlerquellen und mögliche unzulässige Glättungen.

Segment Engine

Das System zur Erzeugung von Bildsegmenten. In HISTORIAMP dient es der vollständigen Bildabdeckung und dem Schutz vor Informationsverlust.

Source Analyzer

Das Modul, das die Quelle auf sichtbare Eigenschaften prüft, ohne Text zu lesen oder Bedeutung zu interpretieren.

Text Region Detection Engine

Ein geplantes Modul zur Erkennung verschiedener Textbereiche oder visueller Zonen innerhalb einer Manuskriptseite.

Transcription Engine

Ein Modul zur Erstellung einer Transkription. In HISTORIAMP darf sie keine unsicheren Stellen still glätten.

Variant Analysis Engine

Ein geplantes Modul zum Vergleich mehrerer Manuskripte, Lesungen oder Überlieferungsvarianten.

Infrastruktur & Workbench

FastAPI

Das Python-Webframework, auf dem die Serverinfrastruktur von HISTORIAMP basiert.

Infrastruktur

Die technische Ebene von HISTORIAMP: Upload, Speicherung, Validierung, Segmentierung, Artefaktverwaltung, API und Modulorchestrierung. Sie interpretiert keine Manuskriptinhalte.

OpenCV

Eine Bildverarbeitungsbibliothek, die in HISTORIAMP für technische Aufgaben wie Segmentierung, Kantenanalyse oder Bildoperationen genutzt werden kann.

Prompt Library

Eine Bibliothek versionierter Modul-Prompts. Sie macht nachvollziehbar, mit welcher Anweisung ein Modul gearbeitet hat.

Run

Eine isolierte Analyseausführung. Jeder Upload erzeugt einen eigenen Run mit eigener Verzeichnisstruktur, Bilddaten, Segmenten, Modulergebnissen und Logs.

RUN_ID

Die eindeutige Kennung eines Analyse-Runs. Sie verbindet Bild, Segmente, Artefakte und Modulergebnisse.

Run-Isolation

Das Prinzip, dass jede Analyse vollständig in einem eigenen Run-Verzeichnis gespeichert wird. Dadurch bleiben Analysen reproduzierbar und voneinander getrennt.

Run Locking

Eine technische Sicherung, die parallele Schreibzugriffe auf denselben Run verhindern soll.

Serverinfrastruktur

Die technische Basis von HISTORIAMP: FastAPI-Server, Upload, Speicherung, Runs, Segmentierung, APIs und Artefaktverwaltung.

Trace System

Ein Nachverfolgungssystem, das Run-ID und Trace-Run-ID nutzt, um Analysewege, Modulschritte und Ergebnisse reproduzierbar zu machen.

TRACE_RUN_ID

Eine Kennung zur Nachverfolgung einzelner Pipeline-Schritte oder Ausführungswege innerhalb eines Runs.

Web Workbench

Die Arbeitsoberfläche von HISTORIAMP. Sie dient dem Upload, der Bildanzeige, Grid- und Segmentansicht, Modulsteuerung und Ergebnisprüfung.